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Interview - Traumasensibles Coaching für Pferde und ihre Menschen

  • Autorenbild: Katja Hammerschmidt
    Katja Hammerschmidt
  • 3. März
  • 16 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Interview von Mareen Denecke (Verein Zukunft Tiergesundheit e.V.) mit Katja Hammerschmidt


Hinweis: Das folgende Interview ist als wörtliches Transkript veröffentlicht.



Interview über Trauma beim Pferd mit Katja Hammerschmidt und Mareen Denecke von Zukunft Tiergesundheit e.V.


In diesem Interview, das am 27. Februar 2026 auf YouTube veröffentlicht wurde, spricht Mareen Denecke (Zukunft Tiergesundheit e.V.) mit mir über meine Arbeit im traumasensiblen Coaching für Pferde und ihre Menschen - und darüber, wie sich Trauma beim Pferd im Alltag zeigt.





Wir beleuchten

  • warum Tierkommunikation allein manchmal nicht reicht,

  • wie der Seelenlauf als körperorientierte Methode funktioniert,

  • warum Erdung und Nervensystem-Regulation so oft der Schlüssel sind,


und wie aus all dem ein pragmatisches, ganzheitliches „Methoden-Potpourri“ geworden ist, das echte Veränderung möglich macht.



Auf einen Blick

Die wichtigsten Informationen zum Interview

Thema: Trauma beim Pferd, Nervensystem und traumasensibles Coaching


Veröffentlichung: 27. Februar 2026


Format: YouTube-Interview


Gesprächspartnerinnen: Mareen Denecke (Zukunft Tiergesundheit e.V.) und Katja Hammerschmidt


Link zum Interview: Vereinsmitglieder stellen sich vor


Schwerpunkt dieses Interviews

  • Trauma beim Pferd erkennen und verstehen

  • Autopilot, Überlebensmodus und Nervensystem

  • Seelenlauf als körperorientierte Methode

  • Erdung und Co-Regulation

  • Mensch und Pferd als untrennbares Team



Inhaltsverzeichnis





Begrüßung und Vorstellung


Mareen Denecke Schön, dass du heute wieder hier bist auf dem Kanal für Tiergesundheit. Ich bin Mareen Denecke und Teil des Vereins Zukunft Tiergesundheit. Und ich habe die Freude und die Ehre, heute ein weiteres Vereinsmitglied vorzustellen, beziehungsweise mit ihr ein Gespräch zu führen. Herzlich willkommen, Katja Hammerschmidt.


Katja, du bietest ein traumasensibles Coaching und Mentoring für Pferdebesitzer und ihre Pferde an. Schön, dass du heute hier bist.



Katja Hammerschmidt

Liebe Mareen, vielen Dank für die herzlichen Willkommensgrüße. Ich freue mich sehr, dass ich heute meine Arbeit bei euch vorstellen darf.




Mein traumasensibles Coaching für Pferde - wie diese „bunte Mischung“ entstanden ist


Mareen Denecke

Ja, wunderbar. Und ich finde es ganz spannend. Du hast wirklich eine wunderbare und bunte Mischung. Du verbindest die Tierkommunikation mit einem körperorientierten Coaching - der Methode des Seelenlaufes.


Gleichzeitig bietest du auch manuelle Anwendungen an wie das Myofasziale Release und dieses wunderbare Heilströmen. Und du bietest auch noch freies Spielen mit Pferden an, wenn ich das richtig auf deiner Webseite gesehen habe.


Magst du die Zuhörer mal mitnehmen, wie es zu dieser bunten Mischung gekommen ist?



Katja Hammerschmidt

Ja, sehr gerne.


Gestartet bin ich mit der Tierkommunikation. Ich habe die Ausbildung gemacht bei Catherin Seib. Das war damals noch eine Jahresausbildung in Neumünster. Und habe ganz viel für mich mitgenommen in der Ausbildung.


Aber ich habe auch gemerkt, irgendwas fehlt mir. Denn mit der Tierkommunikation kann ich den Pferdebesitzern oder den Tierbesitzern mitteilen, was los ist mit ihrem Tier. Aber theoretisch hört dann die Verantwortung der Tierkommunikatorin auf und die Besitzer müssen selber sehen, wie sie ihre Probleme lösen.


Das war für mich ein Punkt, wo ich sagte, das reicht mir nicht. Ich möchte gerne weitergehen. Ich möchte ihnen Lösungsansätze bieten und sie begleiten auf ihrem Weg zu mehr Verbindung, zu mehr Gesundheit, zu mehr Vertrauen.


Und da kam der Seelenlauf ins Spiel. Mit ihm kann ich von der Bewusstseinsebene „Tierkommunikation“ auf die Ebene der Seele gehen, um dort alte Glaubenssätze, alte Verhaltensmuster, Traumastrukturen zu lösen, die die Pferde oder auch die Menschen auf ihrem Weg stören.


Ich schaue immer auf Pferd und Mensch gleichermaßen, weil sie als Team einfach nicht zu trennen sind und ganz oft überlappende Themen zu bearbeiten haben.


Und ich arbeite sehr viel oder fast ausschließlich mit wirklich schwer traumatisierten Pferden. Da geht es darum, dass diese Pferde nicht mal aufgehalftert oder aus der Box rausgeholt werden können, nicht geführt werden können, durch alle Zäune gehen, auch gefährlich werden - für die Pferde und die Menschen.


Hinweis: Wie sich Trauma im Verhalten zeigt und woran Du es erkennen kannst, habe ich hier ausführlich beschrieben.


Und da reicht es eben nicht, wenn wir mit Hilfe der Tierkommunikation nur sprechen. Wir müssen tiefer gehen und die Mechanismen bearbeiten, die die Tiere so prägen in dem Moment. So prägen, dass sie auf Autopilot gehen und wirklich gar nicht mehr reagieren auf den Menschen und nicht mehr ansprechbar sind.


Das kann ich mit dieser bunten Mischung machen.


Mit dem Seelenlauf arbeiten wir körperorientiert.


Und ich habe festgestellt, dass es für die Pferde durchaus auch noch sehr hilfreich sein kann, wenn ich direkt an den Körper rangehe. Denn mit dem Seelenlauf können wir nur in der Spiegelung arbeiten. Deshalb kam das Myofasziale Release und das Heilströmen dazu, womit ich direkt an den Pferdekörper gehen kann.


Dieses Potpourri von Methoden ist daraus gewachsen, immer zu schauen, was für das Individuum Pferd in dem Moment die richtige Methode und Vorgehensweise ist. So kann ich mir immer das rauspicken, was aktuell am passendsten ist.


Wenn wir soweit sind, dass wir die Strukturen bearbeitet haben, dass das Pferd wieder mehr zu sich selbst kommt, zu seiner eigenen inneren Größe, Autonomie erlangt hat, dann stellt sich die Frage: Wie gehen die Menschen in Zukunft mit ihrem Pferd um? Was machen die Pferde in Zukunft? Können wir alles so lassen, wie es vorher war - also Haltung, Bewegung, Reiten, was auch immer? Oder muss ich da vielleicht auch etwas ändern?




Freies Spielen als Teil der nachhaltigen Veränderung


Katja Hammerschmidt

Da kommt dann das freie Spielen dazu. Das ist Intrinzen inspiriert. Und dabei geht es darum, dass das Pferd sich wirklich aus eigener Motivation heraus bewegen darf. Also ohne dass der Mensch bestimmte Bewegungen vorschreibt, bestimmte Anforderungen an das Pferd hat, was zu tun ist. Vielmehr gehst du wirklich ganz frei mit dem Pferd raus auf den Platz oder in die Halle oder in den Wald und dann wird Quatsch gemacht.


Es beginnt so, dass ich anfange, Quatsch zu machen, und das Pferd darf dann entscheiden: Möchte ich mitmachen? Möchte ich nicht mitmachen? Was möchte ich machen?


Und daraus entsteht ein Spiel oder Tanz, der die Pferde unglaublich unterstützt, nochmal mehr in ihre Größe zu kommen, ihren Körper zu spüren, zu merken, was sie alles können, dass Bewegung auch Spaß machen kann, wenn sie nicht nur von Menschen dirigiert ist und der Körper „gymnastiziert“ wird.


Das ist für mich ein ganz rundes Paket - für die Pferdebesitzer und für die Pferde auch.




Vertiefung - wie der Seelenlauf funktioniert


Mareen Denecke

Vielen lieben Dank. Magst du noch ein bisschen tiefer eintauchen in diese körperorientierte Arbeit mit dem Seelenlauf?


Ich glaube, Tierkommunikation kennen alle oder kennen halt viele, die zuhören. Myofasziales Release kennt man aus der Osteopathie, um Faszien zu entspannen und die Energie durchfließen zu lassen. Das haben auch bestimmt die meisten schon erlebt.


Wie läuft ein Seelenlauf ab? Machst du das vor Ort? Machst du das auch aus der Ferne? Wo es ja um Wahrnehmung und Spiegelung geht...


Ich glaube, es wäre ganz wertvoll, die Zuschauer und Zuhörer da noch ein bisschen tiefer mit hineinzunehmen.



Ein Pony galoppiert mit wehender Mähne über die baumbestandene Wiese - Symbol für die Traumabearbeitung mittels Seelenlauf
Foto © Katja Hammerschmidt Fotografie Hamburg

Seelenlauf per Videocall - funktioniert das wirklich?


Katja Hammerschmidt

Sehr sehr gerne, Mareen.


Ich arbeite tatsächlich sehr oft per Videocall. Meine Kunden sitzen im ganzen Dachgebiet, also Deutschland, Österreich, Schweiz. Ich kann nicht mal sagen, dass in Deutschland besonders viele im Norden sind, das verteilt sich wirklich gleichmäßig über Deutschland.


Deswegen arbeite ich sehr viel mit Video, also per Zoom. Und das ist tatsächlich auch genauso wirksam, als würden wir uns vor Ort treffen. Das macht keinen Unterschied.


Wir brauchen die Pferde nicht dazu. Ich treffe mich nur mit dem Pferdebesitzer.


Und wir arbeiten, was du schon sagtest, in Spiegelung, denn wir können ja dem Pferd nicht sagen, lauf jetzt mal und sprich einen bestimmten Satz.



Spiegelung - wie Körper und Seele in Dialog gehen


Es ist eine Körperübung. Ich gehe im Seelenlauf wortwörtlich durch den Raum, spreche dabei einen Satz, den ich vorher intuitiv empfangen oder erarbeitet habe, wie ein Mantra laut vor mich hin. Und innerhalb von Minuten empfängt mein Körper Botschaften von der Seele.


Körper und Seele gehen in den Dialog und der Körper fängt an, sich anders zu bewegen. Vielleicht kann ich nicht mehr einfach nur gehen, sondern muss anfangen zu laufen. Oder ich muss ganz langsam gehen. Oder ich gehe auf einmal rückwärts oder muss mich auf den Boden legen.


Die Seele zeigt über den Körper Themen, die bearbeitet werden wollen. Und das zeigt sie durch bestimmte Körperbewegungen oder auch Empfindungen.


Es kann sein, dass ich auf einmal Emotionen spüre wie Wut oder Angst oder auch Glück und Freude. Es kann sein, dass ich bestimmte Körperteile nicht mehr spüre oder besonders deutlich spüre. Ganz oft machen sich auch die Chakren bemerkbar. Durch Druck oder indem sie sich öffnen. Das ist ganz unterschiedlich. Und das sind alles Botschaften von der Seele zu Themen, die wir uns anschauen sollen.


Wenn ich zum Beispiel im Seelenlauf auf einmal anfange, rückwärts zu laufen, dann ist das so, dass ich einen Traumapunkt gefunden habe, auf den ich zurückgehe, um ihn zu bearbeiten.


Wir arbeiten mit der Seele, weil die Seele frei ist von jedweder Prägung. Sie ist weder kulturell noch gesellschaftlich noch religiös beeinflusst. Die Seele zeigt einfach das, was ist und was gesehen werden will.


Und der Kopf, also der Verstand - das finde ich auch so genial - den können wir in dem Moment aus dieser Übung komplett rausnehmen. Es gibt Techniken dafür. Denn wir sind alle sehr verkopft. Unsere Gesellschaft ist sehr verstandesmäßig orientiert und geleitet. Aber den nehmen wir komplett raus während des Seelenlaufs und nur der Körper darf fühlen.


Das ist für mich einer dieser Wow-Effekte. Denn wenn der Körper anfängt zu fühlen, was in ihm vergraben ist, an Dingen, die er loslassen darf, an schlechten Erlebnissen aus der Vergangenheit, dann kann wirklich Transformation passieren. Dann kann wirklich Heilung geschehen. Über den Verstand kommen wir da nicht ran.


Und das Spannende beim Seelenlauf ist, dass wir nicht nur anschauen, wie es im Moment ist. Wir erarbeiten direkt danach einen spirituellen Heilungsweg und schauen uns den an.


Zuerst betrachten wir, wie es aus der Sicht der Seele aktuell ist. Und dann erkunden wir, wie es im Willen der Seele sein kann, wenn wir dieses Thema bearbeitet haben. Das sind immer die Momente, wo wirklich oft Freude aufkommt oder ein Gefühl der Zufriedenheit. Und der Körper sich wieder wie der eigene anfühlt.


Für die Pferdebesitzer ist es grandios, dass sie am eigenen Körper spüren können, wie ihr Pferd sich fühlt. Mit der Tierkommunikation kannst Du Körperreisen, Körperscans und sowas machen. Aber der Seelenlauf geht noch tiefer - du kriegst die ganze Palette an Emotionen und an Körperempfindungen. Da liegt sehr viel Verständnis und Verstehen für den Pferdebesitzer in dieser Arbeit.


Ich habe diese Arbeit im Anschluss an meine Ausbildung zur Tierkommunikation entdeckt. Und für mich war das wirklich wie eine Schnellstraße zur Lösung.



Warum der Verstand hier Pause macht


Ich habe selber viel an mir gearbeitet. Ich habe auch schon mal eine Gesprächstherapie gemacht. Zwei Jahre lang. Man spricht. Man versteht alles. Man versteht die Mechanismen, die eingewirkt haben - warum man so ist, wie man heute ist und welche Glaubenssätze man hat. Aber ich habe es nie gefühlt. Ich habe das mit dem Verstand erfasst, aber ich konnte es eben nie spüren.


Und ich kam immer wieder an die Punkte, wo mir das auf die Füße fiel, weil meine alten Glaubenssätze wieder hochpoppten und mich daran hinderten, voranzugehen.



Der spirituelle Heilungsweg nach dem Prozess


Durch den Seelenlauf, durch dieses körperorientierte Arbeiten, kann ich wirklich spüren, dass sich was verändert hat. Und das ist es, wo wir wirklich ganz, ganz schnell zu Lösungen kommen können und zu Verbesserungen.


Magst du, dass ich mal ein Beispiel erzähle aus meinem Coachings?



Mareen Denecke

Ja, sehr gern. Erzähl gern, weil ich glaube, das macht es einfach greifbarer. Ich weiß ja selber, was der Seelenlauf ist. Und es ist manchmal aus meiner Erfahrung so - manche können es sich einfach nicht so gut vorstellen. Teil sehr gerne einfach ein Beispiel aus Deiner Arbeit.




Fallbeispiel 1: Haflingerstute - Unfall als „Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“


Katja Hammerschmidt

Ein sehr schönes Beispiel ist meine Kundin Kathrin. Kathrin hat eine Haflingerstute. Und die Haflingerstute war schon immer, seit sie bei Kathrin war, sehr aufgeregt und nervös. Sie hat sich auch schnell mal losgerissen oder ist weggerannt. Kathrin hatte das aber wunderbar im Griff. Sie konnten reiten. Sie konnten ausreiten. Wenn sie im Gelände merkte, dass ihre Stute zu nervös wurde, dann ist sie schnell aus dem Sattel gesprungen und konnte sie dann vom Boden aus noch händeln.


Dann gab es aber einen Ausritt, da war ein Rascheln im Gebüsch. Sie merkte, ihre Stute spannt sich an, konnte aber nicht abspringen. Sie vermutete ein Wildschwein im Gebüsch und hatte selber Angst.


Und dann sind die beiden in ihrer Angst und Panik in einen Graben gefallen. Danach ging nichts mehr. Die Stute ist nur noch explodiert. Sie ließ sich nicht mal mehr über den Hof führen. Kathrin konnte nichts mehr mit ihr machen. Hof verlassen ging sowieso nicht mehr. Und sie selber hatte auch Angst vor ihrem Pferd. Sie hatte Angst zu reiten. Sie hat sich nicht mehr drauf getraut.


Wir haben angefangen zu arbeiten - mit Seelenlauf und Tierkommunikation.


In der Tierkommunikation hat die Stute mir einiges erzählt. Da kam schon einiges aus der Vergangenheit von ihr raus. Mit dem Seelenlauf haben wir festgestellt, dass dieser Unfall eigentlich nur der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Weil hinter dem Ganzen ein Trauma aus den frühesten Jahren dieser Haflingerstute stand.


Sie wurde mit sechs Monaten schon abgesetzt und verkauft. Also von von ihrer Mutterstute getrennt. Sie wurde nachts an ihren neuen Ort gebracht. Und im Dunkeln auf eine fremde Weide gestellt. Da waren dann noch zwei andere Jungpferde. Und die kamen dann auf sie zu. Das hat sie in Panik versetzt. Die Stute hatte als Fohlen noch gar keine Selbstregulation gelernt. Ist sie durch die Zäune und in den Ort und war weg. Die Besitzerin hat sie zurückgeholt und wieder auf die Weide gestellt zu den Jungpferden.


Die drei waren nur in dieser kleinen Konstellation. Da war kein erwachsenes Pferd. Sie konnte nicht wirklich Urvertrauen bilden. Sie hatte keine Co-Regulation, wenn es Stress gab. Sie war immer total auf sich gestellt. Und das steckte in ihr drin.


Das hat sich im Seelenlauf so gezeigt, dass ich in der Spiegelung für die Stute überhaupt keine Erdung hatte. Ich bin beispielsweise auf Zehenspitzen über den Boden gelaufen. Ich wollte überhaupt nicht mit der Erde in Berührung kommen. Und mich am liebsten schlussendlich sogar in mein Loch, in meine Gebärmutter, zurückziehen. Also ich hab mich auf den Boden gekauert und gedacht, so lasst mich doch alle in Ruhe. Das ist mir alles zu viel.


So kann sich Trauma im Seelenlauf zeigen.


Da haben wir dann ganz viel an dem Erdungsprozess gearbeitet, der Stute. Also Kathrin, für ihre Stute. Wir haben aber auch mit Kathrin gearbeitet, damit sie ihre Angst überwindet und wieder mehr Vertrauen fasst. Also haben wir uns Kathrins Haltung zur Nervosität ihrer Stute angeschaut.


Und jetzt kriege ich immer mal Ausreitvideos und Fotos von ihr geschickt, wo sie strahlend vor Glück mit Hund und Beipferd und Stute ins Gelände reitet und alles ist entspannt.


Die ganze Prozessbegleitung hat drei Monate gedauert. Was ich grandios schnell finde. Denn das war wirklich eine massive Belastung für die beiden. Aber Kathrin wollte das auch super gerne ändern und hat fleissig ihre Hausaufgaben gemacht. Die Pferdebesitzer bekommen von mir immer Hausaufgaben. Und dann kommt es natürlich drauf an: machen sie die täglich oder machen sie die nur einmal in der Woche. Die Hausaufgaben bestehen aus den kleinen Übungen, diesem Seelenlauf, den wir vorher erarbeiten. Und die müssen sie praktisch zu Hause weiter fortführen. Kathrin war wirklich jeden Tag dran, war jeden Tag dabei. Und dadurch konnte sie relativ schnell diesen tollen Fortschritt machen.



Mareen Denecke

Ja, also das ist wirklich sehr schnell - bei der Geschichte. Ja, wunderschön, das freut mich.




Fallbeispiel 2: PRE – Angst, Misstrauen und der Weg zurück in die Entspannung


Katja Hammerschmidt

Ein anderes Beispiel ist ein PRE, den ich im Coaching habe. Wir arbeiten schon ein bisschen länger zusammen. Ich glaube jetzt seit sechs Monaten. Der PRE ist in der Arena ausgebildet worden, in Spanien. Er hatte mir Bilder geschickt in der Tierkommunikation, was er alles erlebt hat und welche Ängste er ausstehen musste. Er kam zu meiner Kundin und am Anfang ging alles gut. Zwei Monate lief alles toll. Sie konnte ihn normal reiten. Sie konnte ihn normal über den Hof führen. Und dann, als wäre der Schalter umgelegt worden:


Es konnte keiner mehr in seine Box gehen. Er drohte mit angelegten Ohren, mit dem Hinterteil. Meine Kundin konnte ihn nicht mehr aufhalftern. Es hat manchmal eine halbe Stunde gedauert, bis sie das Halfter drauf hatte, weil er so ängstlich war.


Ich war bei den beiden zum Termin vor Ort und ich habe das noch nie gehabt - es war das erste Pferd, an das ich nicht näher rankam bis auf anderthalb Meter, weil er dann sofort weggesprungen ist in Panik. Er hatte so viel Misstrauen und Furcht in sich. Es war kaum auszuhalten. Wenn du ihm ein Möhrchen hingehalten hast, dann ist er mit den Lippen vorne ran und sofort wieder weggesprungen, ohne die Möhre zu nehmen.


Da haben wir ganz, ganz viel mit dem Seelenlauf gearbeitet. Dabei ging es um seine Ängste, um sein Schutzbedürfnis, Sicherheitsempfinden. Zusätzlich haben wir ganz viel an seinen Erdungsprozessen gearbeitet. Sobald er in diese Erdung ging, konnte er diese alten Sachen, diese Ängste, ein Stück weit loslassen. Die Erdung hat ihm ganz viel Sicherheit gegeben und er konnte sich wieder selber besser spüren.


Nach ein paar Wochen konnte seine Besitzerin ihn schon wieder aufhalftern. Sie konnte ihn wieder führen, ohne dass er sich losriss. Vorher hat er sich beim Rausstellen auf das Paddock jedes Mal losgerissen, weil er das einfach nicht ausgehalten hat. Die beiden sind vor Kurzem in den neuen Stall gezogen, wo es noch ruhiger ist, wo er noch mehr Erdung hat. Um den Stall herum gibt es ganz viel Wald. Und er ist inzwischen schon ein richtig entspanntes Pferd geworden. Also ich kann es nicht anders sagen. Sie können wieder reiten. Er kann von anderen Menschen geführt werden, ohne Panik zu bekommen. Wenn meine Kundin sich aufs Paddock setzt, sucht er ihre Nähe und kommt zum Kuscheln.


Wir haben auch in diesem Coaching wieder mit dem Pferd und mit der Besitzerin gearbeitet, so dass auch sie ihre Ängste vor ihrem Pferd loslassen konnte. Es war wichtig, dass sie selber auch gut geerdet ist, in Sicherheit, damit sie ihn co-regulieren kann, wenn er durchdreht. Das alles haben wir vor allem mit dem Seelenlauf gemacht.




Myofasziales Arbeiten aus der Ferne: ein weiteres „Türchen“


Mareen Denecke

Ja, wunderbar.



Katja Hammerschmidt

Das Spannende war - tatsächlich, es fällt mir gerade ein - dass ich auf einmal das Gefühl hatte, er braucht selber diesen Körperkontakt. Und da habe ich dann mit ihm über die Ferne myofaszial gearbeitet.


Und es war unglaublich, wie er darauf reagiert hat. Das war noch in der Zeit, wo wir nicht an ihn rankamen. Meine Kundin musste während der Behandlung immer genügend Abstand halten, damit er nicht weglief. Sie war auf dem Paddock und hat das Handy so hingehalten, dass ich ihn sehen konnte, während ich behandelt habe.


Er hat während der Behandlung nur gegähnt. Er ist komplett in die Entspannung gegangen. Der Kopf fiel. Das ganze Pferd ließ Anspannung los. Es war wirklich krass. Die Pferdebesitzerin war dabei und ihre Reitlehrerin und die beide konnten es kaum fassen, was da alles passiert ist.


Und das war bei ihm tatsächlich auch einer der Hebel, der ganz viel Veränderung gebracht hat.


Also, das ist vielleicht nochmal ein schönes Beispiel, dass die Mischung oft das Richtige ist und dass wir einfach schauen müssen, welches Türchen wir nehmen können, um zu unterstützen.




Austausch über Nervensystem, Körperarbeit und „erstmal nichts zeigen“


Mareen Denecke

Ich erlebe das auch ganz oft, wenn ich diese traumatisierten Tiere habe, die echt komische oder krasse Geschichten haben. Es zeigt sich dann häufig genau dieses Thema. Bei mir ist es so, die Tiere zeigen mir erst mal überhaupt nix. Ich sitze mit denen in einem schwarzen Loch. Das kann ich anders nicht beschreiben - kennst du sicherlich auch von der Wahrnehmung her.


Und mein Eintrittsfenster ist ganz oft dann erst mal der Körper bzw. das Nervensystem. Und im Endeffekt arbeite ich dann genauso. Ich gehe craniosakral oder über die Faszien - mache eine energetische Balancierung komplett auf Körperebene. Verstärke die Erdung, so dass sie wieder ein bisschen mehr Vertrauen in diese Verbundenheit haben. Und danach geht meistens wirklich die Tür auf, wo tiefer geguckt werden kann - einfach so in einer anderen Form und Art und Weise.


Ja, danke dir einfach für dein Teilen. Ja, wunderschön.



Katja Hammerschmidt

Super spannend. Aber das ist zum Beispiel auch der Grund, warum ich mich so freue, jetzt bei euch in der Gemeinschaft zu sein. Weil mein Bestreben immer ist, den besten Weg zu finden, um meinen KundInnen und ihren Pferden zu helfen. Und manchmal kann es eben auch eine Methode sein, die mir nicht zur Verfügung steht. Und dann kann ich auf so ein tolles Netzwerk zurückgreifen.


Also, ich freue mich super drauf, mit euch zusammenzuarbeiten.




Zusammenarbeit im Netzwerk und Vielfalt der Methoden


Mareen Denecke

Ich empfinde es einfach genauso. Ich sage immer meinen Kunden, ich liebe Eigenmacht und Eigenermächtigung. Und ich sage meinen Leuten immer wieder, spürt wirklich rein: Bin ich für diesen Schritt wirklich die richtige Person? Manchmal brauchst du einfach eine andere Person, die was anderes mitbringt oder einfach noch mal eine andere Erfahrung. Das ist mein Credo, was sich durch meine Arbeit durchträgt. Und gefühlt wird das auch hier in diesem Verein zum Ausdruck gebracht und gelebt. Also ja, ich mag diese Buntheit.



Katja Hammerschmidt

Ja, ja, ich auch. Absolut. Es sind alles Individuen. Und es gibt nicht nur den einen Weg zum Ziel oder die eine richtige Methode. Es kann uns nur bereichern, wenn wir uns austauschen und gegenseitig unterstützen.




Dein Wunsch in Deinem Wirken: Pferde hören, Intuition ernst nehmen, weiter suchen


Mareen Denecke

Ja, vielen lieben Dank, liebe Katja. Was ist dein Wunsch in deinem Wirken? Ich glaube, es kommt schon so rüber. Aber könntest du das noch mal so für dich in einem Satz zusammenfassen, was dich am meisten berührt in deiner Arbeit und in deinem Wirken?



Katja Hammerschmidt

Ich arbeite nicht nur mit Pferden, sondern auch mit anderen Tieren. Ich arbeite zum Beispiel ganz viel mit Hunden. Aber mir liegen die Pferde einfach so sehr am Herzen, weil die Pferde in ihrem Leid nicht laut werden und so selten gehört werden. So oft gehen die Menschen über das Leid dieser Tiere hinweg, ohne es zu registrieren. Oder sie versuchen, Verhaltensauffälligkeiten mit Training abzustellen, oder?


Ich möchte dieses Bewusstsein schärfen, dass manche Dinge einfach nicht mit Training oder durch medizinische Behandlung gelöst werden können, sondern dass es eben manchmal auch noch andere Wege braucht, um zum Ziel zu kommen. Und wenn man den einen Weg gerade nicht gefunden hat, bitte weitersuchen, immer weitersuchen, so lange, bis man die Lösung gefunden hat.


Denn das Gefühl, dieses innere Gefühl, diese Intuition, die haben wir ja oft alle: irgendwas stimmt nicht. Aber von außen wird dann erzählt "ach, ist alles okay". Ich habe auch so ein Pferd. Man bekommt gesagt "Das Pferd ist gesund.", "Da ist gar nichts." und "mach dir keine Sorgen" und so. Und du weißt aber innerlich, irgendwas ist nicht richtig. Oder dein Pferd macht gerade irgendwas "Blödes" und der Trainer sagt, "Geh einfach drüber weg und zeig ihm, wer Herr im Haus ist" - so ungefähr. Und du weißt aber, nee, das ist aber eigentlich gar nicht die Lösung. Da steckt was anderes dahinter.


Und dann bitte, bitte, meine große Bitte an alle Tierbesitzer, hört auf eure Intuition und schaut einfach rechts und links vom Weg, ob es noch andere Möglichkeiten gibt, Lösungen zu finden. Letzten Endes und das steht so bei mir über allem, gilt


Jedes Pferd und jedes Tier hat das Recht auf ein gesundes, zufriedenes, glückliches Leben.

Und dafür sind wir mitverantwortlich.



Mareen Denecke

Ja, vielen lieben Dank.



Katja Hammerschmidt

Das ist, was mich aus dem Innersten heraus bewegt und motiviert.



Mareen Denecke

Ich kann das einfach nur bestätigen und unterschreiben. Genauso ist es. Und so empfinde ich es einfach auch.




Abschluss und Einladung zum Kanal


Mareen Denecke

Vielen lieben Dank für das Gespräch mit dir und für deine Zeit und dass du hier dein Wirken einmal vorgestellt hast.


Und wenn dir hier dieses Gespräch gefallen hat, dann würde es uns wirklich helfen, wenn du ein like ein Kommentar da lässt oder einfach diesen Kanal abonnierst. Und wenn du jemanden kennst, der vielleicht einmal dieses Gespräch hören darf, dann würde es uns sehr freuen, wenn du dieses Video weiterempfiehlst. Und in diesem Sinne sage ich auch nun zu dir: Danke, dass du dir diese Zeit genommen hast. Und ich freue mich auf das nächste Gespräch mit einem weiteren Mitglied aus diesen bunten Verein Zukunft Tiergesundheit.


Lass es dir gut gehen.




Katja Hammerschmidt

Danke, dass wir gesprochen haben und danke, dass Du reingehört hast. Ich freue mich, Teil von Zukunft Tiergesundheit zu sein – und darauf, dass wir gemeinsam neue Wege für Tiergesundheit sichtbar machen.


Wenn Du das Gefühl hast, bei Deinem Pferd stimmt etwas nicht, dann nimm Dich ernst – und such weiter, bis Du die Lösung findest.


Und wenn Du Dir Begleitung wünschst, findest Du hier mehr Informationen zu meiner traumasensiblen Prozessbegleitung für Pferde.




Neugierig, wie das für Dich und Dein Pferd aussehen könnte?


Ich schenk Dir 15 Minuten für Dich und Dein Pferd für unser erstes Kennenlernen.





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Über mich

Porträt von Katja Hammerschmidt, Tierkommunikatorin und traumasensible Coachin für Pferde und Pferdemenschen aus Hamburg

Ich begleite Pferdemenschen und ihre Pferde auf ihrem Weg zu mehr Vertrauen, Gesundheit und echter Verbindung - jenseits klassischer Methoden.

 

In meiner Arbeit verbinde ich Tierkommunikation, körperorientiertes Coaching (Seelenlauf), manuelle Anwendungen, freies Spiel mit dem Pferd (inspiriert durch Intrinzen) und achtsame Pferdefotografie zu einem ganzheitlichen Blick auf Körper, Geist und Seele.

 

Immer traumasensibel.

Immer auf Augenhöhe.

Immer mit dem Ziel, dass Du und Dein Pferd Euch wirklich versteht.

 

Ich arbeite online und vor Ort im Raum Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

 

Mit Leichtigkeit statt Druck.

Mit Vertrauen statt Dominanz.

 

Für ein gesundes, zufriedenes, glückliches Pferd an Deiner Seite.

 

Bereit, neue Wege zu gehen?

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